ANDREW DAVIDSON
Gargoyle
Fantasy | Science Fiction | Mystery | Horror
Ein Mann überlebt einen Unfall mit schwersten Verbrennungen. Entstellt und voller Schmerzen hat er danach nur einen Gedanken: Wie kann er seinem elenden Zustand ein Ende bereiten? Da taucht eine mysteriöse Frau an seinem Krankenbett auf: die schöne Marianne Engel, exzentrische Bildhauerin beeindruckender Fabelwesen. Sie behauptet, sie seien einst Liebende gewesen vor siebenhundert Jahren in Deutschland, als sie eine Nonne war und er ein Söldner auf der Flucht. Ist diese Frau einfach verrückt? Oder ist sie der rettende Engel, der ihn erlösen wird? Die Lesung von Stefan Kaminski und Sascha Icks ist so spannend, so beflügelnd, so packend, dass sie die volle Aufmerksamkeit verlangt - und verdient. Die einzige Tragödie ist, dass sie trotzdem einmal endet ...
Rezension
Vorwort:
"Gargoyle" ist das Erstlingswerk von Andrew Davidson. Kaum zu glauben, dass es dem Autor zunächst schwer fiel, für dieses Buch einen Verlag zu finden. Ein Meisterwerk!
Inhalt:
Ein zynischer Typ und Pornostar, geprägt von einer harten Kindheit und exzessiver Jugend, fährt zugekokst eine dunkle Straße entlang. Plötzlich hat er Halluzinationen, sieht Pfeile auf sich zukommen. Er reist das Steuer rum und rast in den Abgrund, wodurch der Wagen Feuer fängt: Er selbst brennt ebenfalls. Ihn rettet ein Bach, wo er mit schweren Verbrennungen in ein Krankenhaus eingeliefert wird. Er wird zu einem entstellten, verkrüppelten Brandopfer. Dort tritt eine Marianne Engel an sein Krankenbett, die anscheinend unter Schizophrenie leidet und eine Bildhauerin sowie Schöpferin dramatischer Gargoyleskulpturen ist. Sie behauptet, ihn vor siebenhundert Jahren in einem Kloster in Deutschland kennengelernt zu haben, in Engelthal. Er sei damals ein Söldner gewesen der mit schweren Verbrennungen ins Kloster eingeliefert worden war, und sie war eine Nonne mit besonderen Fähigkeiten. Weiteres behauptet sie, dass sie damals ein Liebespaar gewesen waren und er nun schon zum dritten Mal schwerste Verbrennungen erlitten hat.
Charaktere:
Der Protagonist und Ich-Erzähler, dessen Namen in dem ganzen Buch nie erwähnt wird, wird zum Unfall- und Brandopfer. Er hatte keine Freunde und auch keine Beziehung, selbst die Liebe blieb ihm verwehrt, obwohl seine körperliche Schönheit sein Kapital war. Durch den Unfall besteht sein Leben nur mehr aus Schmerzen und Morphium. Der Autor schafft es, die Person so authentisch und einfülsam darzustellen, das der Leser sämtliche Gefühle des Verletzen nachvollziehen kann und die Genesung beinahe am eigenen Leib mitfühlt.
Umsetzung:
Die Frau, Marianne Engel, ist dem Protagonisten nicht geheuer, dennoch fasziniert sie ihn. Die selbe Faszination greift auf dem Leser über. Obwohl er sie für verrückt hält, kann er sich ihren Geschichten nicht entziehen. Als er endlich das Krankenhaus verlassen kann, zieht er zu ihr und teilt sein restliches Leben mit ihr. Stück für Stück wird Licht ins Dunkel gebracht, während Marianne aus der Vergangenheit erzählt kämpft er mit seinen eigenen inneren Dämonen. Das Ganze ist fesselnd und mitreißend geschrieben. Bereits nach den ersten Seiten wird der Leser in den Bann des Buches gezogen und man kann es kaum aus der Hand legen. Die Handlungen sind komplex, detailliert und sehr bildhaft beschrieben.
Nachwort:
Bücher, bei denen ich nach dem Lesen sprachlos bin, gibt es nur sehr wenige und dieses ist eines davon. Ein echt abgefahrenes Buch. Es wird auch nicht das einzige Mal sein, dass ich dieses - ja schon fast als Meisterwerk zu bezeichnen ist - lesen werde.
Fazit:
Ein genial durchdachter, mitreißender Roman über Liebe und Schmerz, die wohl abgefahrenste Liebesgeschichte überhaupt!
Bewertung:
5 / 5 Sterne
Hinweis:
Rezension © by Christian Hager (10-12--2009)
Hat euch die Rezension weiter geholfen, falls ja kann dieses Buch hier bestellt werden.


Kommentar hinzufügen